If Yesterday Was tomorrow What Is Today

26 November 2020 - 23 Januar 2021

In Zeiten des Lockdowns, wo Institutionen und Museen geschlossen bleiben, übernehmen Galerien die Verantwortung, die Diskussion und den Dialog aufrecht zu erhalten, um einen Ort der Kultur und des Austauschs zu vergegenwärtigen. If Yesterday Was tomorrow What Is Today zeigt aktuelle  Positionen der Kontemplation in Minimalismus, Neo-Expressionismus, Zeichnung und Malerei.

 

Die Störungen, die Gesellschaften in einer Krise erleben, in der systematischen Beeinträchtigung von Wahrheit und Tatsachen, in Rissen und Umbrüchen der Zeit oder durch Staatsmacht, entstehen soziale Bewegungen und Aktivismus; und oszillieren zwischen Ungeduld, Stille und Unruhe. Wenn Bedeutungen unbeständig sind und dennoch gleich bleiben, entzieht sich die Zeit ihrer Zweckmäßigkeit.

 

»Wenngleich uns die Zeit so vertraut ist, wie nur etwas in unserem Dasein, so wird sie doch fremd und rätselhaft, wenn wir versuchen, sie auch nur in den Grenzen der alltäglichen Verständigkeit zu verdeutlichen.« Unser Verlass auf die aktuelle Interpretation einer Sache ist nur scheinbar begründet. Martin Heidegger hat mit seiner Interpretation »Sein und Zeit«  die folgenden Strömungen der Philosophie, Literatur, Kunsttheorie und andere Felder der Wissenschaften beeinflusst. Die Kunstgeschichte ist eine Geschichte von Pigmenten und Farbstoffen, Ölen, Acrylfarben, Silbernitrat, Gelatine, Harz und Kunststoffen. Man könnte diese für Malerei, Fotografie, Druckgrafik, Lithografie, auf den Seiten eines Buches oder in der zeitgenössischen künstlerischen Produktion verwenden. Bilder haben begonnen in den Alltag einzugreifen, ihre Funktionen ändern sich von Repräsentation zu Aktivierung, Durchführung und Durchsetzung.

 

If Yesterday Was tomorrow What Is Today präsentiert eine Generation von Künstlern, die mit dem Internet aufwuchsen, in einem dauernden Zustand der ökologischen Krise und Diskussion über Immigration. Die Themen der Werke zentrieren um die Szenarien der Einsamkeit, der Angst, der Sehnsucht, des radikalen Zweifels im Atelier des Künstlers. In historischen Umbrüchen, in politischer und demografischer Vertreibung und den Ursachen von Trauma stehen die Potenz der Isolation und der inhärenten Instabilität in miteinander verbundenen Welten gegenüber. Wir sehen die Notwendigkeit neuer Wege, visuelle Archive zu konstruieren und betonen die zeitgenössische künstlerische Produktion und Dokumentation der Gegenwart.

 

 

 

Text: Katharina Balgavy