Alteronce Gumby ist ein abstrakter Künstler, der medien- und disziplinübergreifend arbeitet. Sein Werk erforscht die visuellen und gesellschaftlichen Bezüge von Farbe und Form und die darin gegebenen Möglichkeiten. Seine durch den direkten Auftrag von Glas und Farbe mit den Fingern und Händen des Künstlers geprägte Technik erzeugt nuancierte Gemälde, welche das traditionelle Verständnis von Licht und Farbe unterlaufen.  Diese spezifische Vorgehensweise entspringt dem Anliegen des Künstlers, die Bedeutungen und Konnotationen von Farbe und ihre gesellschaftlichen Konnotationen stets aufs Neue zu hinterfragen und definieren. Seine Werke, welche gleichfalls Auge und Verstand des Betrachters herausfordern, verschieben die Grenzen von Farbe und Form und erzeugen ein komplexes Gewebe aus Dunkelheit und Licht, Räumlichkeit und Erfahrung. Durch seine chromatischen Spektren irisierender Farben möchte der Künstler an den Betrachter appellieren und die Vorstellungen von Form und Farbe, Rasse und Identität erweitern. Die unmittelbare und augenscheinliche Materialität der Werke verweist auf ihren Entstehungsprozess und ermöglicht es dem Betrachter, die buchstäbliche Hand-Werk hinter jeder Arbeit zu sehen und nachzuempfinden.

 

Die oft kryptischen, jedoch sehr bewusst gewählten Titel bereichern die Erfahrung der Gemälde und offenbaren einige der Gedanken des Künstlers dahinter. Mit Verweis auf Frank Bowling, Stanley Whitney, Jack Whitten und Robert Rauschenberg als starke künstlerische Einflüsse, bildet Gumbys Arbeitsweise - wie auch seine Werke selbst - ein Puzzle aus präzisen wie verborgenen Bezügen, bei gleichzeitiger Aufgabe der traditionelle Formen und Techniken.

 

"Es fällt mir schwer, eine Farbe der Welt zu betrachten und nicht an die Absichten dahinter zu denken".

 

Alteronce Gumby absolvierte das MFA-Programm der Yale University, mit Unterstützung durch das Robert Reed Memorial Scholarship. Er hat einen BFA des Hunter College, New York, und schloss 2017 eine einjährige Residency als Harriet Hale Woolley-Stipendiat an der Fondation des États-Unis in Paris, Frankreich, ab. Er erhielt den AAF/Seebacher Prize for Fine Arts sowie die Dumfries House Residency, Ayrshire, Schottland im Jahr 2015. Gumby's Arbeiten wurden in Einzelausstellungen bei Parrash Heijnen, Los Angeles, Long Gallery, New York und der Fondation des États-Unis, Paris, gezeigt. Er lebt und arbeitet in New York, USA.